Der
Magellan Explorist 100 wird, wie seine beiden größeren Brüder Explorist 200 und
Explorist 300, ohne PC-Datenkabel
angeboten. Eigentlich schade, denn das Gerät zeichnet sich durch sehr
gute Empfangseigenschaften, einen guten Funktionsumfang und lange
Akku-Laufzeiten bei einem moderaten Preis aus. Findige Exploristen
haben aber herausgefunden, dass sich im Batteriefach versteckt unter
einer Gummiabdeckung ein serielles Interface (RS232) befindet. Mit
Hilfe eines selbst gebastelten Adapters und Freeware aus dem Internet
lässt sich dieses Interface problemlos zum Up- und Download und zur Bearbeitung von
Waypoints, Routen oder Tracks nutzen.
Um an das serielle Interface des Explorist 100 heranzukommen, müssen zunächst die beiden Batterien oder Akkus entfernt werden.
Im oberen Teil des Batteriefachs befindet sich eine schwarze
Gummiabdeckung, die sich sehr leicht abziehen lässt. Darunter kommen
vier Gehäuselöcher zum Vorschein, durch die man vier Platinenpads
erkennen kann. Links unten befinden sich der Anschluss RX
(Receive) und rechts unten TX (Transmit). Die beiden oberen Pads sind
GND und Power. Da man an die Pads nicht sonderlich gut herankommt, kann
man die Betriebsspannung besser mithilfe von Lüsterklemmen über die
Batteriehalter zuführen. Es bleiben also die beiden unteren Pads zu
kontaktieren. Nach einem missglückten Versuch mit Kontaktstiften gelang
es schließlich, aus zwei Sicherheitsnadeln, einem Stück Universalplatine
und einem Befestigungs-Gummi einen Adapter zu bauen.
Das Dateninterface des Explorist 100 ist ein serielles
Interface (RS232) mit 3V-TTL- bzw. CMOS-Pegeln. Der RS232-Anschluss am
PC bzw. USB-RS232-Adapter stellt dagegen die Standard-RS232-Pegel von
+/-12V zur Verfügung. Es ist also eine Pegelwandlung erforderlich. Die
Standardlösung dafür ist die Verwendung eines entsprechenden IC, zum
Beispiel MAX2323 (3V-MAX232). Zu beachten ist, dass der Explorist 100
nur für Spannungen bis 3V (2 AA-Zellen) ausgelegt ist. Der MAX232
erfordert dagegen eine Betriebsspannung von 5V.
Diese 5V könnten für den Explorist 100 schon zu viel sein. Tatsächlich ist es so, dass sich der Kontrast des Displays stark ändert, wenn man die Betriebsspannung von 3.5V beginnend nach oben dreht. Der Explorist 100 scheint also keine Spannungsbegrenzung zu haben. Wozu auch, schließlich ist er nur für Batteriebetrieb ausgelegt. Deshalb sollte besser der teuere MAX2323 verwenden. Es geht aber auch einfacher. Mithilfe zweier Transistoren und ein paar Widerständen lässt sich der Pegelwandler auch diskret aufbauen. Die Schaltung wurde auf einem Stück Universalplatine aufgebaut.
Viele moderneren PCs oder Notebooks besitzen keine
RS232-Schnittstelle mehr. RS232/USB-Adapter sind aber in jedem
Computerladen erhältlich.
EasyGPS und G7ToWin sind zwei kostenlose Kandidaten, mit denen der Datentransfer von und zum Explorist 100 gut gelingt. EasyGPS stellt die Waypoints, Tracks und Routen auch gleich graphisch dar, während G7ToWin eine große Anzahl verschiedener Fileformate verstehen und konvertieren kann.
Da der Magellan Explorist 100 nicht von der Freeware
unterstützt wird, kann ersatzweise unter
Preferences->GPS-Receiver der "Magellan Meridian Marine"
eingestellt werden.
Hier wird in der Konfiguration "Magellan" als Receiver ausgewählt. Leider ließen sich die Einstellungen nicht fehlerfrei abspeichern. Die Konfiguration wurde deshalb manuell im Konfigurationsfile g7towin.ini angepasst. Falls Probleme dieser Art auftreten, hier eine funktionierende Konfiguration für COM2: g7towin.ini. Der COM-Port wird in Zeile 36 geändert. Außerdem müssen noch die Dateipfade angepasst werden.
Der Explorist 100 speichert alle Änderungen zunächst temporär im RAM. Erst beim Ausschalten über den Power-Button werden die Daten aus dem RAM permanent im Flash gespeichert. Sollte man also einen Fehler gemacht haben und noch nicht über ein Backup verfügen, schalten man einfach die extern zugeführte Betriebsspannung ab. Das Löschen und Beschreiben des Flash wird damit umgangen. Es empfiehlt sich generell vor oder nach jeder größeren Änderung ein Backup anzulegen, indem die Daten komplett vom Explorist 100 heruntergeladen und auf dem PC in ein File gesichert werden. Auch wenn das Gerät abhanden kommen sollte, sind dann zumindest die GPS-Daten nicht verloren.
Beim Explorist 100 müssen evtl. noch zwei Parameter im Service-Menü eingestellt werden: In dieses Menü gelangt man, indem man den Navigations-Button beim Einschalten gedrückt hält. Danach den Menüpunkt 40 auswählen und 4800Bd einstellen, sowie Menüpunkt 41 und "NMEA V2.1 GSA". Eine vollständige Liste aller Service-Funktionen findet man hier.