Der beste GPS-Empfänger ist der, den man im richtigen Augenblick dabei hat...
...und bei welchem die Akkus noch nicht leer sind, welcher den Platzregen vor
einer Stunde schadlos überstanden hat und welcher trotz schlechter
Empfangsbedingungen einen GPS-Positionsfix hinbekommt.
Damit sind bereits wichtige Kriterien für den Kauf eines
GPS- Empfängers genannt. Es nützt wenig, sich ein Hightech-Navi zuzulegen,
welches dann aus Gewichtsgründen und weil man glaubt, den Weg auch so zu
finden, daheim bleibt. Das GPS-Handy hat man zwar
immer dabei. Manchmal brauchen die GPS-Empfangsteile jedoch soviel
Strom, dass der Akku schon nach zwei Stunden leer ist. Oder aber:
Da es sich um eine Zusatzfunktionen handelt, wurde am GPS-Empfangsteil
so stark gespart, dass es nur bei guten Empfangsbedingungen funktioniert.
10 Tipps zum GPS-Empfängerkauf:
Multifunktionsgeräte haben durchaus Vorteile: Man braucht nur ein
Gerät mitzunehmen und hat trotzdem alles
dabei. Ob GPS-Handy, GPS-PDA, Bluetooth-GPS-Modul mit Handy/PDA oder PNA: wichtige
Kriterien sind hier Akku-Leistung und GPS-Empfangsqualität,
aber auch die mitgelieferte oder zur Verfügung stehende Gerätesoftware. Stehen
auch die typischen GPS-Outdoor- Funktionen, wie eine gut erkennbare Karten-
und/oder Kompassdarstellung und die Konfigurierbarkeit des
Koordinatensystems u. Kartendatums zur Verfügung? Welche
Zusatzsoftware
muss erworben werden? Werden digitale Karten angeboten und sind
diese bezahlbar? Lassen sich auch freie Karten mit dem Gerät verwenden?
Diese Fragen sollten vor Kauf eines
Multifunktionsgerätes berücksichtigt werden.
Diese neue Geräteklasse ist seit 2007 auf
dem Markt. Sie vereint Funktionen der sprachgesteuerten
Straßen-Navigation mit Funktionen für die Outdoor- Navigation.
Falls die Kompromisse bezüglich Akkulaufzeit nicht zu groß
sind und tatsächlich keine wichtigen Outdoor- Funktionen weggelassen
werden, sind diese Geräte eine möglich Alternative. Oft sind sie
allerdings so teuer, dass man mit zwei getrennten Geräten für die
Straßen- und Outdoor-Navigation besser fährt bzw. geht.
Bei einem klassischen Outdoor GPS- Empfänger kann man dagegen
relativ wenig falsch machen. Die GPS- Empfänger sind
robust und wetterfest bzw. wasserdicht und es sind alle wichtigen
Grundfunktionen für die Outdoor- Navigation vorhanden. Bedingt sind sie
auch für die Straßennavigation geeignet, allerdings meist ohne
Sprachausgabe und auch die Displaygröße ist oft grenzwertig.
Diese Funktionen sollten bei einem GPS- Empfänger für Outdoor nicht fehlen:
Eigentlich ist der GPS-Kompass ausreichend genau: Es genügt ein paar Meter zu gehen und aus den unterschiedlichen Positionen wird die Himmelsrichtung berechnet. Wozu dann noch einen zusätzlicher elektronischer Kompass, der auf das Erdmagnetfeld reagiert? Der Hauptgrund besteht wohl darin, dass dieser Kompass auch bei schlechten GPS- Empfangsbedingungen noch tadellos funktioniert. Allerdings tut es dann auch ein mechanischer Kompass, der auch bei einem kompletten GPS-Geräteausfall noch funktioniert. Das Kompass- Problem betrifft übrigens auch die hochempfindlichen GPS- Empfänger neuerer Generation. Während ältere GPS- Empfänger bei schlechten Empfangsbedingungen keinen Positionsfix hinbekommen, haben die neuen hochempfindlichen Empfänger oft mit Driftproblemen zu kämpfen. In beiden Fällen ist keine stabile Kompass- Anzeige möglich. Wer also häufig im dichten Wald und Tälern unterwegs ist und auf eine stabile Kompassfunktion im GPS- Empfänger nicht verzichten möchte, sollte besser ein Empfänger mit elektronischem Kompass verwenden. Unterschieden wird hier außerdem zwischen 2-achsigem und 3-achsigem Kompass. Der 2-achsige Kompass funktioniert nur, wenn der GPS- Empfänger "richtig" gehalten wird, z.Bsp. waagerecht. Beim höherwertigen 3-achsigen Kompass spielt dies keine Rolle.
Außerdem bieten einige GPS- Empfänger (meist überflüssige) Zusatzfunktionen wie MP3-Player, Foto- und Video-Kameras, Bildbetrachter, PDA-Funktionen etc. Man kennt dies bereits von den Handy- und PDA-Herstellern, die dafür in der GPS- Domain wildern.
Begriffsklärung: Kartenseite ist nicht gleich Kartendarstellung. So können GPS- Empfänger ohne Kartendarstellung sehr wohl über eine Kartenseite verfügen:
Kartenseite:
Auf der Kartenseite werden die selbst erstellten oder geladenen
Wegpunkte, Routen und
Tracks in einer 2-D-Karte angezeigt. Das heißt aber nicht, dass
der GPS- Empfänger auch über eine Basemap oder über die
Nachlademöglichkeit für digitale Karten (=Kartendarstellung) verfügen
muss, rechtes Bild.
Basemap:
Die Basemap (Basiskarte) ist eine bereits
vorgeladene Karte zum Beispiel von Europa oder Nordamerika. Sie
ist meist relativ grob und kaum zum Wandern oder Radeln geeignet. Alle
Outdoor GPS- Empfänger mit Kartendarstellung verfügen über eine Basemap.
Kartendarstellung:
Führt der Hersteller
dagegen "Kartendarstellung" als Feature auf, können digitale Karten
geladen oder installiert werden, linkes Bild.
Welche dies sind und wie dies mit
welchem GPS- Empfänger möglich ist, sind wieder andere Fragen. Eine
gewisse Einarbeitungszeit und/oder zusätzliche Kosten für die Karten
sollten mit eingerechnet werden.
Dafür ist das Outdoor- Navigieren später umso bequemer. Generell wird
unterschieden zwischen Vektor- und Rasterkarten. Für
beide Kartenarten gibt es käufliche und kostenlose Versionen und man
kann sie sich am PC auch selbst erstellen:
Vektorkarten:
Vektorkarten sind abstrahierte bzw. vereinfachte digitale Karten.
Die grafischen Objekte von Vektorkarten werde vom GPS- Empfänger "in
Realtime" berechnet und dargestellt. Vektorkarten sind deshalb meist
Routing-fähig und man kann in sie hineinzoomen, ohne das
sie unscharf werden.
Die meisten digitalen Karten für die Straßennavigation, aber auch für
klassische Outdoor GPS- Empfänger sind Vektorkarten. Da Vektorkarten
weniger Details zeigen als Rasterkarten, sind sie insgesamt auf
kleineren Displays oder unter schwierigen Lichtverhältnissen besser erkennbar.
Rasterkarten:
Rasterkarten sind von der Technologie her elektronische Fotos
mit Georeferenzierung (Kalibrierung) und benötigen mehr Speicherplatz als
Vektorkarten. Im einfachsten Fall sind es eingescannte und kalibrierte
Papierkarten oder über GoogleEarth erzeugte Karten. Beim Zoomen werden
Rasterkarten ab einer bestimmten Vergrößerung unscharf. Rasterkarten
können mehr Details darstellen und erzeugen eher "Papierkarten-Feeling".
Auf Routingfunktionen muss man meist verzichten, außer die Karten sind
zusätzlich mit Vektorkarten unterlegt.
Was wird benötigt?
Da die Kartendarstellungsfunktionen der GPS- Empfänger und die verfügbaren
freien und käuflichen Vektor- und Rasterkarten auch zusammenpassen
müssen, sind folgende Fragestellungen hilfreich:
Während die GPS- Empfänger der Einsteigerklasse meist über passive,
aber kontrastreiche S/W- oder Graustufen- Displays mit zuschaltbarer
Hintergrundbeleuchtung verfügen, benötigen GPS- Empfänger mit Kartendarstellung
energieintensivere aktive
Farbdisplays, die sich bei ungünstigen Lichtverhältnissen
manchmal nur schwer ablesen lassen. Man kennt dies von der Digital-Kamera:
Wenn hier die Sonne auf das Display scheint, ist nicht mehr viel zu
erkennen. Die LCD-Armbanduhr lässt sich dagegen immer problemlos
ablesen. Nochmals verschlechternd wirken sich Touchscreen- Displays
aus. Die Hersteller der GPS- Empfänger versuchen dieses Manko durch transreflektive
Farbdisplays und regelbare Hintergrundbeleuchtung auszugleichen.
Während dies bei Auto-Navis recht gut zu funktionieren scheint, haben
Outdoor GPS- Empfänger trotzdem ihre Schwierigkeiten damit. Grund:
Auto-Navis können mit einer sehr heller Hintergrundbeleuchtung
ausgestattet werden. Outdoor GPS- Empfänger dagegen eher nicht, da diese
viel Strom ziehen und die Batterie-Laufzeit zu stark verkürzen würden.
Höherpreisliche GPS- Empfänger lassen sich häufig per Touchscreen
bedienen. Insbesondere die manuelle Eingabe von
Koordinaten und Bezeichnungen von Wegpunkten ist per Touchscreen erheblich bequemer
als über Tasten, Clicksticks oder Wippschalter. Dafür leiden bei
Touchscreen- Displays häufig Kontrast, Helligkeit und Robustheit.
Mit Sonnencreme- Händen oder Handschuhen lassen sich Touchscreen- GPS-
Empfänger schlecht bedienen.
Auch gehen Touchscreen- Displays schneller bei Stürzen kaputt. Wer ein
möglichst robusten GPS- Empfänger haben will, für den ist Touchscreen
weniger geeignet. Für häufige manuelle Eingaben von Koordinaten ist
Touchscreen dagegen erste Wahl.
Große und schwere, dafür aber sehr leistungsfähige GPS- Empfänger bleiben aus Gewichtsgründen eher daheim, während man bei miniaturisierten Empfängern Einschränkungen bei Funktionsumfang (z.Bsp. keine Kartendarstellung), Bedienbarkeit und Display-Erkennbarkeit hinnehmen muss. Einen Kompromiss muss hier jeder selbst finden.
Insbesondere GPS-Handys und Crossover-Navis sind fast ausschließlich
mit Lithiumakkus
ausgestattet. Lithiumakkus haben eine hohe Energiedichte und liefern
auch bei tiefen Temperaturen noch
ausreichend Leistung. Geladen werden sie im GPS- Empfänger mit dem
mitgelieferten Ladegerät. Dies kann nachteilig sein, z.B. wenn man
mehrere Tage unterwegs ist, ohne an eine Steckdose zu kommen. Dann
müssen vorab teure, oft schwer beschaffbare Ersatzakkus gekauft werden,
sofern sich der Akku überhaupt wechseln lässt. Ein weiterer Nachteil
von Lithium-Akkus ist die begrenzte Haltbarkeit: Auch wenn man sie gut
behandelt, verfügen sie nach 3-5 Jahren oft nur noch über die Hälfte der Kapazität.
"Echte" Outdoor GPS- Empfänger sollten deshalb
besser mit Mignon (AA)- oder Micro (AAA)- Batterien
funktionieren. Statt mit Batterien können diese GPS- Empfänger auch mit den
entsprechenden NiMH-Akkus
betrieben werden. Die GPS- Empfänger sind etwas größer und die Kapazität der
NiMH-Akkus ist im Vergleich zu Lithium-Akkus
geringer. Dafür kosten die NiMH-Akkus nur ein
Bruchteil und im Notfall kann man auch am letzten Kiosk im Himalaja
Ersatzbatterien bekommen.
Klassische GPS- Empfänger für die Outdoor-Navigation verfügen
inzwischen meist ohne Ausnahme über empfindliche Empfangs- Module
mit kurzen Synchronisierungszeiten.
Etwas aufpassen muss man bei sehr miniaturisierten Geräten
(Armband-Empfängern für das
Handgelenk), bei Multifunktionsgeräten (GPS-Handy, -PDA)
oder bei GPS- Empfängern, die schon länger auf dem Markt sind.
Aktuell werden in den Outdoor GPS- Empfängern der beiden Marktführer Garmin und Magellan die Chipsätze von MediaTek (Garmin) und SirfStar III (Magellan) verbaut. Beide Chipsätze sind in etwa gleichwertig:
| PhaseTrac12™ | Mediatek v1/v2 | SIRF Star III | |
| Eingangsempfindlichkeit | -136dBm | -158dBm / -163dBm | -159dBm |
| Sync nach Kaltstart | 45s | 39s | 60s |
| Sync nach Warmstart | 15s | 33s | 20s |
In älteren Garmin-Empfängern findet man noch den PhaseTrac12™-Chipsatz. Zurzeit ist dieser Chipsatz noch im Garmin Foretrex® 101, Garmin Foretrex® 201 und im Garmin Geko verbaut. Die beiden Foretrex®-Geräte werden gerade durch den Garmin Foretrex® 301 und 401 abgelöst. Vermutlich wird es auch für den Garmin Geko in den nächsten Monaten einen Nachfolger geben.
Auch wenn man beim Kauf des ersten GPS- Empfängers noch
überzeugt ist, ohne PC- Schnittstelle auszukommen, frühere
oder später wird man eine haben wollen. Glücklicherweise verfügen
inzwischen die meisten Outdoor GPS- Empfänger über eine solche Schnittstelle.
Aber auch hier gibt es Unterschiede: Preiswertere Empfänger oder Empfänger,
die schon länger auf dem Markt sind, stellen häufig nur eine serielle
(RS232)- Schnittstelle zur Verfügung und das erforderliche
Kabel ist nur als Zubehör (10-20€) zu haben. In Notebooks/Laptops wird
ein RS232-Interface dagegen seit vielen Jahren nicht mehr eingebaut,
sodass zusätzlich noch ein RS232-USB-Adapter für 10-30€ fällig
wird. Die Zusatzkosten für ein USB-Interface im GPS-Empfänger
dürften für die Geräte-Hersteller dagegen bei 1-3€
liegen. Es bleibt also zu hoffen, dass in Zukunft alle GPS-Empfänger mit
USB-Interface ausgestattet werden.
Einige GPS-Empfänger bieten die Möglichkeit externe GPS-Antennen anzuschließen. Außerdem werden in höherpreisliche GPS-Empfänger zunehmend Digital-Kameras, LED-Tachenlampen und Multimedia- Funktionen einschließlich Lautsprecher, Mikrofon, etc. integriert. Wer's braucht...