Die mit Abstand bequemste Methode der GPS Outdoor Navigation bieten GPS-Empfänger
mit digitalen (topographischen) Karten. Auf
einem mehr oder weniger großen Kartenausschnitt zeigt ein Pfeil sowohl
den aktuellen Standpunkt als auch die Bewegungsrichtung in Realtime an.
Insbesondere wenn vor der Tour noch keine genaue Route feststeht oder
sich die Route während
der Tour ändert oder wenn man viele Tage unterwegs ist, bieten
digitale Karten große Vorteile. Navigationsfunktionen wie "GoTo" und
"Route folgen" können hier ebenfalls genutzt werden.
Vorbereitung:

Wenn noch kein kartenfähiger GPS-Empfänger zur Verfügung steht,
sollte zunächst überlegt werden, in welchen Gebieten GPS
eingesetzt werden soll. Anschließend werden dafür geeignete
digitale Karten gesucht und erst dann ein dazu passender GPS-Empfänger
ausgewählt. Viele käufliche Karten passen nur auf GPS-Empfänger desselben
Herstellers. Das klingt nach "kompliziert und teuer" und das ist es teilweise auch.
Es geht aber auch einfacher und günstiger. Reichen die gängigen Wandergebiete Europas aus, kann zum Beispiel die für Garmin-Geräte compilierte Open Street Map-Europakarte verwendet werden. Besonders schnell und einfach geht es mit einem kartenfähigen Garmin- GPS-Empfänger mit microSD-Kartenslot: Die Open Street Map-Karte wird im Garmin-Format heruntergeladen, mit der Freeware 7Zip entpackt und anschließend in den Order "Garmin" auf die microSD-Karte kopiert. Sollte dort noch kein Garmin-Ordner existieren, wird einer angelegt. Anschließend braucht die microSD-Karte nur noch in den GPS-Empfänger gesteckt zu werden und fertig! Die Open Street Map-Karten kosten nichts, sind dafür aber noch nicht ganz vollständig, insbesondere was kleinere Orte und Straßen, sowie Wanderwege in weniger begangenen Gebieten angeht.
Der größte Vorteil von digitalen Karten im GPS-Empfänger besteht darin,
dass man sich weitere Vorbereitungen, wie die GPS-Routenplanung sparen
kann. Trotzdem könnte es sinnvoll sein, noch vor der Tour eine
Routenplanung durchzuführen, zum Beispiel wenn eine lange oder
komplizierte Tour geplant ist. Die Tourenplanung kann entweder direkt
mit dem GPS-Empfänger erfolgen oder am PC:
Viele digitale Karten bieten bereits eine große Anzahl von
GPS-Koordinaten bzw. Wegpunkte oder POI verschiedener Kategorien. Mit
etwas Glück findet man den Berggipfel zum Beispiel unter "Geographische
Punkte" oder "Sehenswürdigkeiten"
und die Berghütte unter "Restaurants". Unter welchen Kategorien
die einzelnen Wegpunkte abgespeichert sind, hängt von der geladenen
digitalen Karte ab. Notfalls muss man unter "alle POI" suchen.
Erleichtert wird die Suche, indem nur die in einem (einstellbaren)
Umkreis in der Nähe befindlichen Wegpunkte aufgelistet werden. Bei
umfangreichen digitalen Karten ist dies auch gar nicht anders möglich.
Die verschiedenen POI-Suchmöglichkeiten sind natürlich auch
Geräte-abhängig. Die POI-Suche mit dem Garmin eTrex Legend oder Vista
HCx gestaltet sich wie folgt:
a1) Durch Verschieben und Zoomen wird der Kartenausschnitt
des gewünschten Zielgebiets im GPS- Empfänger eingestellt und/oder der
Geräte-Cursor in die Nähe des Zieles geschoben.
a2) Die Menütaste am Garmin eTrex wird solange gedrückt
(>1 Sekunde) bis das Finde-Menü erscheint und
anschließend ein passender Menüpunkt, zum Beispiel "Geographische
Punkte" oder auch "Alle POI" ausgewählt.
a3) Jetzt sucht der Garmin eTrex nach in der Nähe
befindlichen Wegpunkten bzw. POI und listet sie auf. Mit etwas Glück
sind alle gewünschten Wegpunkte bereits vorhandenen und man kann sie
entweder der Reihe nach abspeichern und zu einer Route zusammenfügen
oder einen der Wegpunkte für die GoTo-Navigation auswählen.
a4) Sind die gewünschten Ziele nicht in der POI-Liste
enthalten, kehrt man zur Kartendarstellung zurück und versucht anhand
der Topographie und der hoffentlich vorhandenen Wanderwege eigene
Wegpunkte zu setzen. Zur schnellen Überprüfung am PC eignet sich auch
der Geoplaner.
Zu käuflichen digitalen Karten wird normalerweise für die
Tourenplanung eine PC-Software mit Kartenviewer mitgeliefert.
Alternativ kann auch der kostenlose Kartenviewer und Routenplaner QLandkarte
zusammen mit den ebenfalls kostenlosen Open Street Map-Karten
verwendet werden. Oder aber es wird wie hier
beschrieben vorgegangen.
auf Tour:
a1) Nach dem erstmaligen Einschalten des GPS-Empfängers zu Beginn der Tour wird so mancher verwundert feststellen, dass zwar Orte und Straßen, aber kein einziger Wanderweg angezeigt wird. Der Grund hierfür: Vektorkarten blenden je nach Zoom-Stufe und Karteneinstellungen verschiedene Details aus. Wanderwege werden so erst sichtbar, wenn stärker in die Karte hineingezoomt wird oder wenn die entsprechende Karteneinstellung angepasst wird. Beim Garmin eTrex Legend/Vista HCx ändert man die entsprechende Karteneinstellung unter Karteneinstellung -> allgemein -> Detail -> "Normal". Statt "Normal" wird "Mehr" oder "Maximal" eingestellt.
a2) Auch Höhenlinien werden unter Umständen erst sichtbar, wenn man den Detaillierungsgrad in der Karteneinstellung erhöht. Das Fehlen von Höhenlinien kann auch schlicht und einfach daran liegen, dass die digitale Karte keine Höhenlinien enthält.
a3) Die dritte wichtige Karteneinstellung ist die Kartenausrichtung.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder richtet der GPS-Empfänger die
Karte so aus, dass sie immer in Fahrt- bzw. Gehrichtung zeigt oder sie
wird wie eine Papierkarte mit "Norden oben" ausgerichtet. Die
entsprechende Karteneinstellung ist beim Garmin eTrex Legend/Vista HCx
unter Karteneinstellung -> allgemein -> Ausrichtung ->
genordet/Fahrtrichtg. zu finden. Beide Einstellungen haben Vor- und Nachteile:
In "Fahrtrichtg." dreht der GPS-Empfänger die digitale Karte immer
so, dass die Ausrichtung mit der realen Welt übereinstimmt. Den
Berggipfel in der rechten oberen Ecke der digitalen Karte sieht man
also in der realen Welt halb rechts vor sich. Dies erleichtert zwar die
Orientierung, hat aber den Nachteil, dass sich bei Wegschleifen oder
schlechten Empfangsbedingungen die Karte häufig dreht. Bleibt man
z.Bsp. stehen und macht einen kleinen Schritt zur Seite, dreht sich die
Karte um 90° und die Ausrichtung stimmt nicht mehr.
Wählt man die Einstellung "genordet", bleibt dagegen die
Kartenausrichtung immer gleich und vor allem stabil und nur der
Positions- und Richtungspfeil in der Mitte der Karte dreht sich. Dafür
muss der GPS-Empfänger gedreht werden, wenn Karte und Umgebung in der
Ausrichtung übereinstimmen sollen.
b1) Je nach Tour und Karte kommt man auch gut ohne zusätzliche Navigationshilfen aus. Der Pfeil auf der Karte zeigt bereits an, wo man sich befindet und in welche Richtung man sich bewegt.
b2) Man benutzt das Finde-Menü, wählt einen passenden POI (der digitalen Karte) aus und aktiviert die GoTo-Funktion. Der GPS-Empfänger anschließend auf der digitalen Karte die Richtung zum Ziel in Form einer gut sichtbaren Gerade an.
b3) Man aktiviert eine der zuvor erstellten Routen (Routenplanung) oder man erstellt eine Route vor Ort, was allerdings nur in Ausnahmefällen praktikabel sein dürfte.