GPS Navigation Kompassrose

Navigation mit digitaler Karte

Die mit Abstand bequemste Methode der GPS Outdoor Navigation bieten GPS-Empfänger mit digitalen (topographischen) Karten. Auf einem mehr oder weniger großen Kartenausschnitt zeigt ein Pfeil sowohl den aktuellen Standpunkt als auch die Bewegungsrichtung in Realtime an. Insbesondere wenn vor der Tour noch keine genaue Route feststeht oder sich die Route während der Tour ändert oder wenn man viele Tage unterwegs ist, bieten digitale Karten große Vorteile. Navigationsfunktionen wie "GoTo" und "Route folgen" können hier ebenfalls genutzt werden.

Vorbereitung:

1. Die "richtige" digitale Karte u. der passende GPS-Empfänger

Garmin eTrex Legend hcx
Garmin eTrex Legend HCx mit Open Street Map -Kartenausschnitt von der Benediktenwand. Die Wanderwege sind dünn gestrichelt dargestellt. Beim Hineinzoomen werden sie noch besser sichtbar.

Wenn noch kein kartenfähiger GPS-Empfänger zur Verfügung steht, sollte zunächst überlegt werden, in welchen Gebieten GPS eingesetzt werden soll. Anschließend werden dafür geeignete digitale Karten gesucht und erst dann ein dazu passender GPS-Empfänger ausgewählt. Viele käufliche Karten passen nur auf GPS-Empfänger desselben Herstellers. Das klingt nach "kompliziert und teuer" und das ist es teilweise auch.

Es geht aber auch einfacher und günstiger. Reichen die gängigen Wandergebiete Europas aus, kann zum Beispiel die für Garmin-Geräte compilierte Open Street Map-Europakarte verwendet werden. Besonders schnell und einfach geht es mit einem kartenfähigen Garmin-GPS-Empfänger mit microSD-Kartenslot: Die Open Street Map-Karte wird im Garmin-Format heruntergeladen, mit der Freeware 7Zip entpackt und anschließend in den Order "Garmin" auf die microSD-Karte kopiert. Sollte dort noch kein Garmin-Ordner existieren, wird einer angelegt. Anschließend braucht die microSD-Karte nur noch in den GPS-Empfänger gesteckt zu werden und fertig! Die Open Street Map-Karten kosten nichts, sind dafür aber noch nicht ganz vollständig, insbesondere was kleinere Orte und Straßen, sowie Wanderwege in weniger begangenen Gebieten angeht.

2. Routenplanung (optional)

Der größte Vorteil von digitalen Karten im GPS-Empfänger besteht darin, dass man sich weitere Vorbereitungen, wie die GPS-Routenplanung sparen kann. Trotzdem könnte es sinnvoll sein, noch vor der Tour eine Routenplanung durchzuführen, zum Beispiel wenn eine lange oder komplizierte Tour geplant ist. Die Tourenplanung kann entweder direkt mit dem GPS-Empfänger erfolgen oder am PC:

a) Tourenplanung mit dem Outdoor GPS-Empfänger

Viele digitale Karten bieten bereits eine große Anzahl von GPS-Koordinaten bzw. Wegpunkte oder POI verschiedener Kategorien. Mit etwas Glück findet man den Berggipfel zum Beispiel unter "Geographische Punkte" oder "Sehenswürdigkeiten" und die Berghütte unter "Restaurants". Unter welchen Kategorien die einzelnen Wegpunkte abgespeichert sind, hängt von der geladenen digitalen Karte ab. Notfalls muss man unter "alle POI" suchen. Erleichtert wird die Suche, indem nur die in einem (einstellbaren) Umkreis in der Nähe befindlichen Wegpunkte aufgelistet werden. Bei umfangreichen digitalen Karten ist dies auch gar nicht anders möglich. Die verschiedenen POI-Suchmöglichkeiten sind natürlich auch Geräte-abhängig. Die POI-Suche mit dem Garmin eTrex Legend oder Vista HCx gestaltet sich wie folgt:

a1) Durch Verschieben und Zoomen wird der Kartenausschnitt des gewünschten Zielgebiets im GPS-Empfänger eingestellt und/oder der Geräte-Cursor in die Nähe des Zieles geschoben.

a2) Die Menütaste am Garmin eTrex wird solange gedrückt (>1 Sekunde)  bis das Finde-Menü erscheint und anschließend ein passender Menüpunkt, zum Beispiel "Geographische Punkte" oder auch "Alle POI" ausgewählt.

a3) Jetzt sucht der Garmin eTrex nach in der Nähe befindlichen Wegpunkten bzw. POI und listet sie auf. Mit etwas Glück sind alle gewünschten Wegpunkte bereits vorhandenen und man kann sie entweder der Reihe nach abspeichern und zu einer Route zusammenfügen oder einen der Wegpunkte für die GoTo-Navigation auswählen.

a4) Sind die gewünschten Ziele nicht in der POI-Liste enthalten, kehrt man zur Kartendarstellung zurück und versucht anhand der Topographie und der hoffentlich vorhandenen Wanderwege eigene Wegpunkte zu setzen. Zur schnellen Überprüfung am PC eignet sich auch der Geoplaner.

b) Tourenplanung am PC

Zu käuflichen digitalen Karten wird normalerweise für die Tourenplanung eine PC-Software mit Kartenviewer mitgeliefert. Alternativ kann auch der kostenlose Kartenviewer und Routenplaner QLandkarte zusammen mit den ebenfalls kostenlosen Open Street Map-Karten verwendet werden. Oder aber es wird wie hier beschrieben vorgegangen.


auf Tour:

3. Navigation mit digitaler Karte

a) Karteneinstellungen - Wo sind die Wanderwege?

a1) Nach dem erstmaligen Einschalten des GPS-Empfängers zu Beginn der Tour wird so mancher verwundert feststellen, dass zwar Orte und Straßen, aber kein einziger Wanderweg angezeigt wird. Der Grund hierfür: Vektorkarten blenden je nach Zoom-Stufe und Karteneinstellungen verschiedene Details aus. Wanderwege werden so erst sichtbar, wenn stärker in die Karte hineingezoomt wird oder wenn die entsprechende Karteneinstellung angepasst wird. Beim Garmin eTrex Legend/Vista HCx ändert man die entsprechende Karteneinstellung unter Karteneinstellung -> allgemein -> Detail -> "Normal". Statt "Normal" wird "Mehr" oder "Maximal" eingestellt.

a2) Auch Höhenlinien werden unter Umständen erst sichtbar, wenn man den Detaillierungsgrad in der Karteneinstellung erhöht. Das Fehlen von Höhenlinien kann auch schlicht und einfach daran liegen, dass die digitale Karte keine Höhenlinien enthält.

a3) Die dritte wichtige Karteneinstellung ist die Kartenausrichtung. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder richtet der GPS-Empfänger die Karte so aus, dass sie immer in Fahrt- bzw. Gehrichtung zeigt oder sie wird wie eine Papierkarte mit "Norden oben" ausgerichtet. Die entsprechende Karteneinstellung ist beim Garmin eTrex Legend/Vista HCx unter Karteneinstellung -> allgemein -> Ausrichtung -> genordet/Fahrtrichtg. zu finden. Beide Einstellungen haben Vor- und Nachteile:
In "Fahrtrichtg." dreht der GPS-Empfänger die digitale Karte immer so, dass die Ausrichtung mit der realen Welt übereinstimmt. Den Berggipfel in der rechten oberen Ecke der digitalen Karte sieht man also in der realen Welt halb rechts vor sich. Dies erleichtert zwar die Orientierung, hat aber den Nachteil, dass sich bei Wegschleifen oder schlechten Empfangsbedingungen die Karte häufig dreht. Bleibt man z.Bsp. stehen und macht einen kleinen Schritt zur Seite, dreht sich die Karte um 90° und die Ausrichtung stimmt nicht mehr.
Wählt man die Einstellung "genordet", bleibt dagegen die Kartenausrichtung immer gleich und vor allem stabil und nur der Positions- und Richtungspfeil in der Mitte der Karte dreht sich. Dafür muss der GPS-Empfänger gedreht werden, wenn Karte und Umgebung in der Ausrichtung übereinstimmen sollen.

b) zusätzliche Navigationshilfen

b1) Je nach Tour und Karte kommt man auch gut ohne zusätzliche Navigationshilfen aus. Der Pfeil auf der Karte zeigt bereits an, wo man sich befindet und in welche Richtung man sich bewegt.

b2) Man benutzt das Finde-Menü, wählt einen passenden POI (der digitalen Karte) aus und aktiviert die GoTo-Funktion. Der GPS-Empfänger anschließend auf der digitalen Karte die Richtung zum Ziel in Form einer gut sichtbaren Gerade an.

b3) Man aktiviert eine der zuvor erstellten Routen (Routenplanung) oder man erstellt eine Route vor Ort, was allerdings nur in Ausnahmefällen praktikabel sein dürfte.

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