Die hier beschriebenen Methoden dürften bei vielen GPSies ein
Stirnrunzeln auslösen. Tatsächlich sind sie alles andere als genau und
wohl eher für den Notfall gedacht. Es gibt aber durchaus Gründe sie einzusetzen:
Durch Vergleich des im GPS-Empfänger aufgezeichneten Tracks (Bild 1) mit den in der Karte eingezeichneten Wegen wird der ungefähre Standpunkt auf der Karte ermittelt. Dazu sollte zumindest der Ausgangspunkt bekannt sein. Zusätzliche Hilfen geben Höhenangaben, die Länge der bereits zurückgelegten Wegstrecke und markante Punkte und Kreuzungen. Um den Kartenvergleich zu erleichtern, sollten markante Punkte und Wegkreuzungen während der Tour abgespeichert werden.
Vorgehensweise:
In Kartendarstellung des GPS-Empfängers muss die
Kartenausrichtung richtig eingestellt sein: Der Norden muss wie bei der
Landkarte nach oben zeigen. Beim Garmin Foretrex findet man diesen Menüpunkt
unter: Einstellungen -> Kartenausrichtung -> Norden Oben.
Auch die Karte muss so gedreht werden, dass die Nordrichtung
nach oben zeigt. Bei den meisten topographischen Karten ist dies
automatisch der Fall, wenn sie die Karte in Leserichtung halten. Ist
dies nicht der Fall, zeigt häufig eine Kompass-Rose auf der Karte die
Nordrichtung an. Die Karte muss dann entsprechend gedreht werden.
Jetzt kann der vom GPS-Empfänger aufgezeichnete Track mit den
Wegen auf der Karte verglichen werden. Am besten beginnt man dabei beim
Ausgangspunkt der Wanderung. Serpentinen, Wegschleifen, Wegkreuzungen
oder andere in der Karte eingezeichnete markante Punkte geben
Anhaltspunkte über den aktuellen Standpunkt. Sind auf der Karte
Höhenlinien eingezeichnet, können diese mit der vom GPS-Empfänger
angezeigten Höhe verglichen werden. Meist lässt sich auf diese Weise
der eigene Standpunkt auf der Karte ermitteln. Allzu hohe Ansprüche an
die Genauigkeit kann man natürlich nicht stellen.
Dies ist die bequemste Methode, sofern die Karte eine winkeltreue
Projektion besitzt und hinreichend genau ist. Aufgedruckte Längen-
und Breitengrade oder Suchgitter geben Hinweise über die Projektion.
Die Längen- und Breitengrade oder das Suchgitter dürfen nicht
bogenförmig verlaufen, sondern müssen möglichst gerade sein! Außerdem
muss man an den Stoßkanten zwischen zwei Meridianstreifen (Zonen)
aufpassen. Meridianstreifenwechsel liegen vor, wenn die Wegpunkte
verschiedene Meridianstreifennummern (Zonennummern) tragen.
Vorbereitung:
Ein passendes UTM-Gitter (Bild 2) wird auf Transparent-Papier oder Overhead- Folie ausgedruckt. Einige GPS-UTM Gitter sind hier zu finden, der UTM-Maßstab muss mit dem Kartenmaßstab übereinstimmen.
Die Positionierung und Ausrichtung des UTM-Gitters erfolgt anhand eines bekannten Wegpunktes und der Nordrichtung der Karte. Besser sind zwei Wegpunkte, da die Nordrichtung des Gitters nur in der Mitte des UTM-Meridianstreifens stimmt und zum Rand hin sich ein immer größerer Fehler ergibt!
Am besten kennzeichnet man die gefundenen Wegpunkte sowohl auf dem UTM-Gitter als auch auf der Karte. Dies erleichtert die Ausrichtung des Gitters auf der Karte während der Wanderung.
Während der Wanderung:
Während der Wanderung werden weitere Wegpunkte gesammelt und ebenfalls auf dem Gitter gekennzeichnet. Mit jedem weiteren Wegpunkt kann man die Genauigkeit der Methode überprüfen und verbessern.
Diese Methode steht und fällt mit der Genauigkeit der Karte.
Kostenlose Umgebungskarten vom Touristenbüro sind in den seltensten Fällen
geeignet, da diese oft eher Gemälden gleichen als topographischen
Karten. Außerdem müssen die Karten eine winkeltreue Projektion besitzen
und möglichst keinen Zonenwechsel!
Gute Karten können auch nachträglich mit einem UTM-Gitter versehen werden. Dazu werden mindestens zwei bekannte Wegpunkte benötigt. Dies können Berggipfel, Wegkreuzungen, Berghütten oder andere markante Punkte sein. Am besten sind Berggipfel geeignet, weil diese häufig am genausten auf der Karte erfasst sind. Außerdem bestehen gute Chancen, die entsprechenden GPS- Koordinaten im Internet zu finden. Weitere Wegpunkte sind hilfreich, um die Genauigkeit des Gitters zu überprüfen und zu verbessern. Die Vorgehensweise entspricht der Gitter-Methode (siehe oben) mit dem Unterschied, dass das UTM- Gitter in die Karte eingezeichnet wird.