GPS Navigation Kompassrose

GPS Navigation mit Karte ohne UTM

Die hier beschriebenen Methoden dürften bei vielen GPSies ein Stirnrunzeln auslösen. Tatsächlich sind sie alles andere als genau und wohl eher für den Notfall gedacht. Es gibt aber durchaus Gründe sie einzusetzen:

  • Es steht bereits sehr gutes Kartenmaterial zu Verfügung und es soll nicht nochmals Geld für GPS-Karten ausgegeben werden.
  • Man hat unterwegs im Touristenbüro eine einfache Umgebungs- oder Freizeitkarte ergattert und möchte diese für Ausflüge nutzen.
  • Es gibt vom gewünschten Gebiet schlicht und einfach noch keine digitale oder UTM-Karte.

Trackvergleich, Richtung, Höhe

Durch Vergleich des im GPS-Empfänger aufgezeichneten Tracks (Bild 1) mit den in der Karte eingezeichneten Wegen wird der ungefähre Standpunkt auf der Karte ermittelt. Dazu sollte zumindest der Ausgangspunkt auf der Papierkarte bekannt sein. Zusätzliche Hilfen geben Höhenangaben, die Länge der bereits zurückgelegten Wegstrecke und markante Punkte und Kreuzungen. Um den Kartenvergleich zu erleichtern, sollten markante Punkte und Wegkreuzungen während der Tour im GPS-Empfänger abgespeichert werden.

Vorgehensweise:

1. Einstellung des GPS-Empfängers:

In Kartendarstellung des GPS-Empfängers muss die Kartenausrichtung richtig eingestellt sein: Der Norden muss wie bei der Landkarte nach oben zeigen. Beim Garmin Foretrex findet man diesen Menüpunkt unter: Einstellungen -> Kartenausrichtung -> Norden Oben.

2. Karte ausrichten:

Auch die Papierkarte muss so gedreht werden, dass die Nordrichtung nach oben zeigt. Bei den meisten topographischen Karten ist dies automatisch der Fall, wenn sie die Karte in Leserichtung halten. Ist dies nicht der Fall, zeigt häufig eine Kompass-Rose auf der Karte die Nordrichtung an. Die Karte muss dann entsprechend gedreht werden.

3. Track-Weg Vergleich:

Jetzt kann der vom GPS-Empfänger aufgezeichnete Track mit den Wegen auf der Karte verglichen werden. Am besten beginnt man dabei beim Ausgangspunkt der Wanderung. Serpentinen, Wegschleifen, Wegkreuzungen oder andere in der Karte eingezeichnete markante Punkte geben Anhaltspunkte über den aktuellen Standpunkt. Sind auf der Karte Höhenlinien eingezeichnet, können diese mit der vom GPS-Empfänger angezeigten Höhe verglichen werden. Meist lässt sich auf diese Weise der eigene Standpunkt auf der Karte ermitteln. Allzu hohe Ansprüche an die Genauigkeit kann man natürlich nicht stellen.

GPS/UTM-Gitter auf Transparentpapier

Dies ist die bequemste Methode, sofern die Karte eine winkeltreue Projektion besitzt und hinreichend genau ist. Aufgedruckte Längen- und Breitengrade oder Suchgitter geben Hinweise über die Projektion. Die Längen- und Breitengrade oder das Suchgitter dürfen nicht bogenförmig verlaufen, sondern müssen möglichst gerade sein! Außerdem muss man an den Stoßkanten zwischen zwei Meridianstreifen (Zonen) aufpassen. Meridianstreifenwechsel liegen vor, wenn die Wegpunkte verschiedene Meridianstreifennummern (Zonennummern) tragen.

 Vorbereitung:

1. UTM-Gitter auf Transparentpapier

Ein passendes UTM-Gitter (Bild 2) wird auf Transparent-Papier oder Overhead-Folie ausgedruckt. Einige GPS-UTM Gitter sind hier zu finden, der UTM-Maßstab muss mit dem Kartenmaßstab übereinstimmen.

2. UTM-Gitter auf Karte positionieren und ausrichten

Die Positionierung und Ausrichtung des UTM-Gitters erfolgt anhand eines bekannten Wegpunktes und der Nordrichtung der Karte. Besser sind zwei Wegpunkte, da die Nordrichtung des Gitters nur in der Mitte des UTM-Meridianstreifens stimmt und zum Rand hin sich ein immer größerer Fehler ergibt!

3. GPS-Wegpunkte auf Karte und Gitter kennzeichnen

Am besten kennzeichnet man die gefundenen Wegpunkte sowohl auf dem UTM-Gitter als auch auf der Karte. Dies erleichtert die Ausrichtung des Gitters auf der Karte während der Wanderung.

Während der Wanderung:

4. weitere Wegpunkte sammeln

Während der Wanderung werden weitere Wegpunkte gesammelt und ebenfalls auf dem Gitter gekennzeichnet. Mit jedem weiteren Wegpunkt kann man die Genauigkeit der Methode überprüfen und verbessern.

Diese Methode steht und fällt mit der Genauigkeit der Karte. Kostenlose Umgebungskarten vom Touristenbüro sind in den seltensten Fällen geeignet, da diese oft eher Gemälden gleichen als topographischen Karten. Außerdem müssen die Karten eine winkeltreue Projektion besitzen und möglichst keinen Zonenwechsel!

Karte mit GPS/UTM-Gitter ausstatten

Gute Karten können auch nachträglich mit einem UTM-Gitter versehen werden. Dazu werden mindestens zwei bekannte Wegpunkte benötigt. Dies können Berggipfel, Wegkreuzungen, Berghütten oder andere markante Punkte sein. Am besten sind Berggipfel geeignet, weil diese häufig am genausten auf der Karte erfasst sind. Außerdem bestehen gute Chancen, die entsprechenden GPS-Koordinaten im Internet zu finden. Weitere Wegpunkte sind hilfreich, um die Genauigkeit des Gitters zu überprüfen und zu verbessern. Die Vorgehensweise entspricht der Gitter-Methode (siehe oben) mit dem Unterschied, dass das UTM-Gitter in die Karte eingezeichnet wird. 

zurück top GPS Outdoor Navigation ohne Karte