Stehen keine GPS-Karten zur Verfügung bleiben nur zwei Möglichkeiten:
Entweder sammelt man während der Tour Koordinaten wichtiger Punkte ein und findet damit
zumindest den Rückweg, oder man besorgt sich Koordinaten noch vor der Tour.
Vorbereitung:
Outdoor GPS-Empfänger "verarbeiten" Koordinaten entweder als
einzelne Wegpunkte oder als Punkte innerhalb von Routen
oder Tracks. Viele frei verfügbare Datenbanken mit Wegpunkten, -Routen oder
-Tracks sind im Internet
zu finden. Wird man hier nicht fündig, kann man selbst
Wegpunkte und Routen erstellen, entweder mit GoogleEarth
oder mit dem freien Kartenviewer und Routenplaner QLandkarte
oder online mit dem Geoplaner.
Die Eingabe der Koordinaten in den GPS-Empfänger
erfolgt am bequemsten per PC über ein passendes Interface-Kabel. Zusätzlich
wird eine PC-Software benötigt, die den Datentransfer zwischen PC und
Empfänger steuert. Eine geeignete Software wird mit vielen
GPS-Empfängern bereits mitgeliefert, z.Bsp. MapSource für kartenfähige
Garmin- Empfänger. Falls nicht, eine Liste von geeigneter GPS-Freeware ist hier zu finden.
Der GPS-Empfänger wird mithilfe des Interface-Kabels mit dem
PC verbunden und eingeschaltet. Auf dem PC wird die GPS-Software gestartet.
Nun müssen GPS-Empfänger und PC-Software so konfiguriert werden, dass sie sich verstehen.
GPS-Empfänger: Für den GPS-Empfänger sind (hoffentlich)
entsprechende Hinweise im Empfänger- Manual zu finden. Beim Garmin Foretrex®
ist der Menüpunkt unter SETUP -> SCHNITTST EINSTLG
-> IO-FORMAT zu finden, die richtige Einstellung
lautet hier: GARMIN.
PC: Die Software auf dem PC zu konfigurieren ist meist etwas schwieriger:
Hier muss neben dem Empfänger-Typen auch der COM-Port (Interfaces)
eingestellt werden und eventuell die Datenübertragungsrate. Verwendet
man die Freeware g7towin, findet man das entsprechende
Konfigurations-Menü unter: File -> Configuration
-> General. Unter Select GPS wird Garmin
ausgewählt und unter COM-Port
die richtige Port-Nummer. Ist diese (z.Bsp. bei Verwendung eines
USB-RS232 Wandlers) nicht bekannt, kann man unter Windows XP im
Gerätemanager nachschauen. Der Gerätemanager wird mit START
-> Verwaltung -> Comuterverwaltung gestartet,
der Gerätemanager ist dort unter System ->
Gerätemanager zu finden. Im rechten Fenster unter Anschlüsse
sind die aktiven COM-Ports aufgelistet.
Die Suche nach dem COM-Port entfällt bei Empfängern mit
"echtem" USB-Interface, also kein RS232/COM-Interface über USB
emuliert, sondern USB über einem installierten USB-Geräte- Treiber. Der
hierfür erforderliche USB-Treiber wird im Normalfall auf einer
Installations-CD mit dem GPS- Empfänger mitgeliefert. Statt einem
COM-Port wird in der PC-Software USB eingestellt oder die
PC-Software sucht und erkennt den Empfänger automatisch.
Verbindungstest: Zur Überprüfung der Verbindung kann man die ID des Empfängers
abfragen. In g7towin gibt es dafür den Menüpunkt: GPS
-> Get GPS ID.
Steht die Verbindung zwischen Empfänger und PC, können nun
Wegpunkte, Routen und/oder Tracks zwischen beiden ausgetauscht werden.
Auf dem PC sind die GPS-Daten in einem oder mehreren Files gespeichert.
Als Format wählt man am besten GPX. GPX ist unter allen GPS- Formaten am
weitesten verbreitet und gilt als Quasi-Standard. Inzwischen sollte
jede GPS-Software GPX-Files lesen und erzeugen können.
Zum Laden der GPS-Daten in den GPS-Empfänger wird zunächst das GPX-File
mit der PC- Software geöffnet und dann zum Empfänger gesendet. Meist
kann man noch auswählen, ob man nur Wegpunkte
oder Routen oder Tracks zum Empfänger senden möchte, oder alles
zusammen. GPS- Empfänger und -Software quittieren den erfolgreichen Datentransfer.
Anmerkung:
Einige neuere GPS-Empfänger ermöglichen auch die direkte Kopie von GPS-Daten
in Form von GPX-Files in den internen Speicher oder auf die
microSD-Karte des Empfängers. Hier erübrigt sich der oben
beschriebene Datentransfer.
auf Tour:

Die Navigation nach einzelnen Wegpunkten ist die einfachste
Form der Navigation. Am GPS-Empfänger wird die GOTO
-Taste betätigt und anschließend der gewünschte Wegpunkt ausgewählt.
Andere Empfänger ermöglichen die Wegpunkteauswahl nur noch menügesteuert.
Der GPS-Empfänger zeigt anschließend die einzuschlagende Richtung in Form eines
Pfeils sowohl in der Kompass- als auch in der Karten-Darstellung an.
Viele Empfänger lassen sich auch so konfigurieren, dass zusätzlich
noch die Entfernung zum Wegpunkt/Ziel angezeigt wird. Das Erreichen des
Wegpunktes signalisiert der Empfänger durch eine entsprechende
Meldung und evtl. durch einen Signalton. Nun kann mithilfe der GOTO-Taste oder eines Menüs
der nächste Wegpunkt ausgewählt werden.

Routen sind bereits miteinander verbundene Wegpunkte. Wird nach
einer Route navigiert, übernimmt der GPS-Empfänger die sequenzielle
Auswahl des nächsten anzusteuernden Wegpunktes. Ist der Wegpunkt
erreicht, wird automatisch der nächste
Wegpunkt der Route als Ziel eingestellt.
Im Garmin Foretrex® wird die gewünschte
Route unter dem Menüpunkt ROUTEN -> LISTE ALLE -> FOLGEN aktiviert.
Viele Empfänger bieten die Möglichkeit, vorhandene
Wegpunkte im Empfänger zu Routen zu verbinden. Viel schneller geht es
allerdings auf dem PC mit einer entsprechenden Software.
Im Vergleich zu Routen liegen bei Tracks die Koordinaten der einzelnen Wegpunkte viel dichter. Die Chance, auf dem richtigen Weg zu bleiben, ist hier also am größten. Im Garmin Foretrex® wird der gewünschte Track unter dem Menüpunkt TRACKS -> GESPCH AUFLISTEN -> NAVIGIERE aktiviert. Der einzuschlagende Weg wird wieder in Form eines Richtungspfeils in der Kompass- oder der Kartendarstellung angezeigt. Je nach GPS-Empfänger werden bereits wenige Meter Abweichung vom Weg signalisiert.