GPS Navigation Kompassrose

GPS - Alternativen

Im Prinzip kann jedes Netz von stationären Sendern für die Positionsbestimmung genutzt werden. Im städtischen Bereich wimmelt es nahezu von geeigneten Sendern. Außerhalb von Ortschaften schaut es dagegen deutlich schlechter aus.

GSM-Navigation

Mobilfunkstation
Mobilfunk-Basisstation

Relativ einfach ist die Positionsbestimmung in den Mobilfunknetzen, da diese bereits gute Voraussetzungen mitbringen: Die Positionen der Sender sind bekannt und jedes Mobiltelefon (Handy) muss sich an einer Mobilfunk-Basisstation anmelden, um telefonieren zu können. Je dichter der Ballungsraum, desto kleiner sind die Funkzellen und desto genauer ist die Positionsbestimmung. In Städten  beträgt die damit erzielbare Genauigkeit etwa 100m. Auf dem Land sind es aufgrund der viel größeren Funkzellen 10km und mehr. Empfängt das Mobiltelefon Signale von mehreren Basisstationen, könnte die Position durch Auswertung der unterschiedlichen Signalstärken noch genauer ermittelt werden. Praktikabler ist allerdings die Einbeziehung von Signallaufzeiten zwischen Basisstation und Mobiltelefon. Um diese Signallaufzeiten auszugleichen und damit die Synchronisation zwischen Basisstation und Mobiltelefon zu erleichtern, wird der Timing Advance-Parameter ermittelt. Je weiter das Mobiltelefon von der Basisstation entfernt ist, desto größer ist dieser Parameter und desto zeitiger muss das Mobiltelefon senden. Der Timing Advance-Parameter gibt also Zusatzinformationen zur Entfernung zwischen Mobiltelefon und Basisstation und ermöglicht in der Stadt Positionsbestimmungen mit einer Genauigkeit von 10-30m.

Google Maps Mobile bietet die GSM-Navigation (GSM: Global System for Mobile Communications (ehemals Groupe Spécial Mobile)) bereits an und wie man es von Google gewöhnt ist, ist dieser Dienst kostenlos. Allerdings kann es trotzdem recht teuer werden, da die GoogleMaps-Kartenausschnitte jeweils über das Internet auf das Mobiltelefon geladen werden.

WLAN-Navigation

Höhere Genauigkeiten könnten mit der WLAN-Navigation erzielt werden (WLAN: Wireless Local Area Network). In Deutschland wurde ein entsprechender Praxistest Anfang 2008 vom Fraunhofer-Institut gestartet. Ausgenutzt wird hier, dass in städtischen Bereichen eine große Anzahl von (privaten) WLAN-Access-Points existieren. Die Mehrzahl der privaten Nutzer von Breitband-Anschlüssen spart sich das LAN-Kabel zum DSL-Modem bzw. IP-Router und nutzt statt dessen WLAN. Die privaten WLAN-Access-Points besitzen eine eindeutige Kennung und werden zudem nur selten ausgeschaltet. Zur Positionsbestimmung reicht ein PDA, Notebook oder Smartphone mit herkömmlichem WLAN-Modul und entsprechender Software aus. Das Empfangsgerät loggt sich nicht in die einzelnen WLAN-Netze ein, sondern wertet nur die Kennungen aus.
Die erzielbare Genauigkeit beträgt außerhalb von Gebäuden etwa 7 bis 20m. Der Vorteil der höheren Genauigkeit im Vergleich zur GSM-Navigation steht allerdings auch ein gewichtiger Nachteil gegenüber: Die WLAN-Access-Points müssen kartographiert und immer wieder aktualisiert werden. Zur initialen Kartographierung fährt ein Fahrzeug, bestückt mit WLAN-Tracker und GPS-Empfänger, alle Straßen und Wege einer Ortschaft ab und speichert alle WLAN-Senderpositionen GPS-genau ab. Regelmäßige Aktualisierungen sind erforderlich, da ständig WLAN-Hotspots mit ihren Eigentümern umziehen, abgeschaltet oder durch neue ersetzt werden. Ein weiterer wichtiger Nachteil: An der Stadtgrenze ist leider Schluss mit der WLAN-Navigation und auch während des Spaziergangs durch städtische Parkanlagen dürfte man schnell WLAN-orientierungslos werden.

Skyhook Wireless bietet WLAN-Navigation bisher vor allem in den USA an. Passende Applikationen laufen auf Appels iPhone (sinnvoll bei iPhones ohne GPS-Modul) oder iPod Touch.

zurück top GPS Outdoor Navigation